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Börsen
ABC

von Felix Ganssmann

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A

Ad-hoc Publizität

Auch als Börsenmitteilung bezeichnet, besagt, dass Aktiengesellschaften verpflichtet sind Ereignisse, die den Aktienkurs eventuell beeinflussen könnten, der Öffentlichkeit unverzüglich zu melden. Diese Regelung ist in § 15 des Wertpapierhandelsgesetzes verankert. Man möchte mit dieser Publizität bezwecken, dass diese Meldungen möglichst allen Marktteilnehmern zur gleichen Zeit zugänglich gemacht wird und Insidergeschäfte zu vermeiden.

Agio

Auch als Aufgeld bezeichnet, ist ein in Prozent ausgedrückter Wert. Unter Agio versteht man die Differenz zwischen dem Nennwert eines Wertpapiers und einem darüber liegenden Kurs oder auch Rückzahlungspreis.§9 des Aktiengesetzes besagt, dass Aktien nicht unter ihrem Nennwert vergeben werden dürfen. Ein Agio wird zum Beispiel bei der Ausgabe von Wertpapieren verrechnet und dabei üblicherweise als Ausgabeaufschlag bezeichnet.

Aktie

Die Aktie ist im Aktiengesetz definiert und verankert. Aktien sind Wertpapiere, die einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft (AG) oder auch Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) verbriefen. Alle zum Handel herausgegebenen Aktien bilden das Grundkapital des Unternehmens. Der Anteil einer Aktie am Unternehmen kann in Form von Nennwert- oder Stückaktien verbrieft sein. Für einen Aktionär garantieren seine Aktien einen Anspruch auf Beteiligung am ausgewiesenen Jahresgewinn der AG oder KGaA in Form der Dividende. Ziel von Unternehmen ist es mit Ausgabe von Aktien frisches Geld zu beschaffen um damit neue Investitionen zu tätigen.

Aktiensplitt

Bei einem Aktiensplit handelt sich um eine Kapitalmaßnahme, bei der die Aktiengesellschaft den Nennwert der Aktien heruntersetzt oder die Anzahl der ausgegebenen Aktien erhöht, um den Kurs einer börsennotierten Aktie zu schmälern und die Aktie damit leichter handelbar zu machen. Das Verhältnis in dem alte in neue Aktien umgetauscht werden, wird als Splitting-Verhältnis bezeichnet. Der Anteil, den der einzelne Aktionär an dem Unternehmen hält, ist jedoch selbst nach Stock- Split unverändert. Das Vermögen des Unternehmens hat sich jetzt einfach nur auf mehr Aktien als vorher verteilt. Der Stock Split bezweckt folgende Absichten: Der optischen Verbilligung und damit der Verbesserung der Handelbarkeit der jeweiligen Aktien.

AS-Fonds

Steht für "Altersvorsorge-Sondervermögen" und ist seit dem Jahre 1998 ein Investmentfond und Vermögensaufbau für die Altersfürsorge. In AS-Fonds wird grundsätzlich in Aktien, Immobilien und in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Das Gesetz gibt Richtlinien für die Zusammensetzung der AS-Fonds vor, nämlich wie viel in den verschiedenen Wertpapieren investiert werden soll. So müssen mindestens 51% des Fondsvermögens investiert werden. Der Rest kann als Cash-Reserve gehalten werden, das heißt als Mittel, die in kurzfristige Vermögenswerte investiert werden, bis sich längerfristige Investmentmöglichkeit anbieten. Außerdem muss bei AS-Fonds der Anteil von Aktien und Beteiligungen mindestens 21% betragen und darf nicht mehr als 75% betragen. Desweiteren werden bei AS-Fonds Gewinne nicht ausgeschüttet, sondern sofort thesauriert, das heißt sofort reinvestiert.

Asset-Allocation

Ist die Zusammensetzung eines Portfolios, oder anders ausgedrückt die Art der Aufteilung von investiertem Vermögen in verschiedenen Kategorien von Anlagetypen: So verteilt ein Anleger zum Beispiel seine finanziellen Mittel auf Aktien, Immobilien, Anleihen und/oder auf Währungen. Bei einer Asset-Allocation hat man die Möglichkeit sein Portfolio durch Umschichtungen von Anlageklassen zu verändern. Durch eine solche Streuung lässt sich auch leicht das Gesamtrisiko steuern. Die Asset-Allocation eines Portfolios sollte in der Regel immer längerfristig gehalten werden, denn eine Umschichtung auf andere Anlageklassen ist mit Transaktionskosten verbunden.

ABS-Anleihen

Englische Bezeichnung für "mit Finanzaktiva (Asset) besicherte (Backed) Wertpapiere (Securities)", also Wertpapiere, die mit unterschiedlichen Forderungen unterlegt bzw. gedeckt sind. Bei diesen Forderungen handelt es sich zum Beispiel um Kundenforderungen, Konsumentenkredite, Kreditkarten- oder Leasingforderungen. ABS-Anleihen sind Vermögensbesicherte Wertpapiere und nutzen Unternehmen mehr und mehr zur Refinanzierung. Das Prinzip ist dabei folgendes: Ausgewählte Forderungen werden an eine Tochtergesellschaft zum im Zeitpunkt des Verkaufs aktuellen Wert verkauft. Die Tochter dient dabei häufig ausschließlich dem Zweck der ABS-Anleihe. Den Kaufpreis wiederum finanziert die Tochter über die ABS-Anleihe, deren Besicherung die Forderungen sind. Durch die Auswahl der Forderung (es werden nur erstklassige Forderungen verkauft) erlangt die Tochter ein besseres Rating und damit günstigere Finanzierungskosten. Diese indirekte Unternehmensfinanzierung durch Erhöhung der Eigenkapitalquote ist vor allem in den USA üblich, setzt sich aber immer mehr auch in Europa durch. Zu diesem Zweck werden Kreditforderungen, von Privatpersonen oder Unternehmen, entsprechend ihrer Laufzeit und ihres Risikos zusammengefasst, und diese an eine manchmal eigens dafür gegründete Finanzierungsgesellschaft verkauft. Diese refinanziert sich durch Ausgabe von Asset Backed Securities (ABS), die wie festverzinsliche Wertpapiere auch an der Börse gehandelt werden können.

Aufgeld

siehe Agio

Ausfallrisiko

Ist eine Form des Staatsrisikos. Das heißt, es tritt bei Zahlungsverweigerung eines Staates ein, so dass eine gesamte Forderung ausfallt, das heißt uneinbringlich wird. Im Prinzip ist es also das Risiko, dass eine Forderung vom Schuldner nicht gedeckt werden kann. Bei Wertpapieren besteht das Ausfallrisiko darin, dass ein Emittent infolge Liquiditätsschwierigkeiten seine Anleihen nicht bedienen kann.

Ausgabekurs

Der Ausgabekurs (auch Emissionskurs oder (Aktien-) Platzierung) ist derjenige Kurs, den Investoren bei der Ausgabe (Emission) von Wertpapieren zu zahlen haben. Bei Anleihen kann der Ausgabekurs dem Nennwert entsprechen, darüber oder darunter liegen. Aktien dürfen in Deutschland nur zum Nennwert oder zu einem darüber liegenden Kurs an die Ersterwerber ausgegeben werden (Verbot der Unter-pari-Emission).

Ausschüttung

Ist die Zahlung an die Anteilseigner eines Unternehmens. Unternehmen zahlen ihren Gewinn an die Anteilseigner aus. Bei Aktiengesellschaften geschieht dies in Form von Dividenden.

 

B

Baisse

Auch Bärenmarkt genannt: Bezeichnung für ausgeprägte Kursrückgänge an den Börsen. Das Gegenteil der Baisse ist die Hausse und bedeutet demzufolge Bullenmarkt.

Bär

Ein Bär ist ein Börsenpessimist, denn er geht von fallenden Kursen aus (siehe auch Bärenmarkt) Der Gegenbegriff ist der Bulle. Wie die Symbolik entstanden ist, weiß niemand. Eine gängige Erklärung ist jedoch, dass der Bulle mit seinen Hörnern die Kurse stößt, während der Bär sie mit seinen Tatzen nach unten drückt.

Bardividende

Die Bardividende entspricht dem ausgeschütteten Gewinn einer Aktiengesellschaft nach Abzug der körperschaftsteuerlichen Belastungen. Gegensatz: Bruttodividende.

Bärenfalle

Bärenfalle ist ein Begriff aus der technischen Wertpapieranalyse. Damit wird ein Verkaufssignal bezeichnet, dass sich als falsch zeigt. Der Bär spekuliert auf fallende Kurse und tappt in die Falle, weil der erhoffte Kursrückgang nicht eintritt. (Gegensatz: Bullenfalle: Ein falsches Kaufsignal).

Benchmark

Als Benchmark wird in der Regel ein Vergleichswert bezeichnet, der für eine bessere Beurteilung des Erfolgs einer Anlage benutzt wird. Dabei handelt es sich meistens um einen Index, etwa um den Deutschen Aktienindex, der DAX.

Bestens

Wer ein Wertpapier bestens verkauft, weist den Händler an, den Verkaufsauftrag unlimitiert auszuführen. Das heißt, er verkauft das Papier zum höchstmöglichen sofort erzielbaren Kurs. Der Begriff ist irreführend, da insbesondere bei wenig gehandelten Wertpapieren bestens für den Verkäufer oft einen ungünstigen Kurs bedeutet. In diesen Fällen ist es sinnvoll, den Auftrag zu limitieren. Gegensatz: billigst.

Bezugsverhältnis

Bei einer Kapitalerhöhung erhalten Altaktionäre das Recht, entsprechend ihrer bisherigen Beteiligung am Unternehmen berücksichtigt zu werden. Ein Bezugsverhältnis von eins zu fünf bedeutet zum Beispiel, dass man für eine alte Aktie fünf neue Aktien bekommt.

Billigst

Ein, ohne Limit, erteilter Auftrag zum Kauf von Wertpapieren. Der Auftrag soll auf jeden Fall ausgeführt werden. Gegensatz: bestens.

Blue Chips

Ist eine aus dem Amerikanischen übernommene Bezeichnung für Standardaktien oder Standardwerte, die qualitativ hochwertig sind und von großen Unternehmen mit hoher Börsenkapitalisierung und international hohem Ansehen stammen. Sie sind in der Regel in wichtigen nationalen sowie internationalen Indizes enthalten wie dem DAX, oder dem Dow Jones. Deutsche Blue Chips sind zum Beispiel die Deutsche Bank, DaimlerChrysler oder die Allianz.

 

Bond

Kommt aus dem Angelsächsischen und heißt so viel wie festverzinsliches Wertpapier.

 

Bonität

Bezeichnet die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners. Die Bonität ist der wichtigste Gradmesser dafür, ob ein Schuldner kreditwürdig ist, oder nicht. Wichtig ist die Bonität insbesondere bei der Verzinsung von Anleihen. Je höher die Bonität des Schuldners, wie etwa beim Staat, desto niedriger die Zinsen für seine Anleihe. Die meistbenutzten Ratingskalen reichen von AAA (höchste Bonitätsstufe) bis D (der Schuldner ist in Verzug und zahlungsunfähig).

 

Börsenarten

Börsenarten lassen sich hinsichtlich der gehandelten Güter (zum Beispiel Wertpapiere oder Rohstoffe), des offiziellen Charakters (zum Beispiel amtliche Börsen oder freie Börsen), nach der Regelmäßigkeit (zum Beispiel periodisch oder unbestimmt) und nach der Örtlichkeit (zum Beispiel feste Räumlichkeiten oder örtlich ungebundene Börsen) unterscheiden.

 

Börsencrash

Schlagartiger massiver Rückgang der Börsenkurse. Als Synonym für einen Crash steht der 19. Oktober 1987, als der Dow-Jones-Index um 508 Indexpunkte absackte. An den internationalen Aktienmärkten führte dieser Tag zur größten Vertrauenskrise seit dem Schwarzen Freitag am 25. Oktober 19127. Infolge der Turbulenzen wurden im pazifischen Raum einzelne Börsen vorübergehend geschlossen, andere wiesen Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung auf. Der deutsche Aktienmarkt wurde vom Börsencrash besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, weil sich die Kurse, im Gegensatz zu internationalen Handelsplätzen, nach dem Einbruch nicht kurzfristig kräftig erholten. Für die Turbulenzen wurden einerseits geld- und wirtschaftspolitische Maßnahmen, andererseits der vor allen an den US-Börsen übliche Programmhandel sowie die von institutionellen Investoren praktizierten Portfolio-Versicherungsstrategien verantwortlich gemacht.

 

Bottom-up-Ansatz

Ist ein Begriff aus der Aktienanalyse. Analysten betrachten zuerst bestimmte Einzeltitel, die dann hinsichtlich der Branchenkonjunktur, der Region und schließlich der allgemeinwirtschaftlichen Einflussfaktoren analysiert werden. Gegensatz: Top-down-Ansatz.

 

Briefkurs

Der Kurs, zu dem der Marktteilnehmer bereit ist, ein bestimmtes Volumen eines Wertpapiers zu verkaufen.

 

Broker

Kommt aus dem Angelsächsischen und bedeutet Börsenmakler.

Bruttodividende

Ist die Dividende (auch Rendite) ohne Berücksichtigung von Steuern. Das heißt, dass die Körperschaftsteuergutschrift mit ausgeschüttet wird.

Buchwert je Aktie

Die Unternehmenskennziffer Buchwert je Aktie gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals pro Aktie an. Der Buchwert berücksichtigt nur den bilanziell ausgewiesenen Wert der Aktiva, nicht jedoch stille Reserven oder stille Lasten!

 

C

Call

Bezeichnung für Kaufoptionen/Kaufoptionsscheine. Im Gegensatz zum Put verbrieft der Call das Recht zum Kauf des Basisinstruments während der Laufzeit zum vereinbarten Basispreis.

 

CEO

Kommt aus dem Angelsächsischen und ist die Abkürzung für "Chief Executive Officer". Er ist der Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens.

 

CFO

Kommt aus dem Angelsächsischen und ist die Abkürzung für "Chief Financial Officer". Er ist der Finanzvorstand eines Unternehmens.

Chartanalyse

Die Methodik der Auswertung anhand historischer Kursverläufe (Charts). Dabei wird nach wiederkehrenden Mustern (Chartformationen) oder Trends gesucht, um zu einer Aussage über die wahrscheinliche künftige Kursentwicklung des analysierten Werts zu gelangen.

Cost-Average-Effect

Unter dem Cost-Average-Effect wird ein Vorteil beim regelmäßigen Sparen in Investmentfonds verstanden. Die gleich bleibenden Sparraten bewirken, dass ein Anleger in Zeiten hoher Kurse weniger Fondsanteile erwirbt als bei niedrigen Kursen. Langfristig senkt der Investor dadurch seinen durchschnittlichen Einstandskurs.

 

Coupon

Der Coupon oder auch Zins- beziehungsweise Dividendenschein ist formaler Bestandteil einer Anleihe oder Aktie. Er verbrieft das Recht auf Zins- oder Dividendenzahlung. Neben dem Coupon gehören auch der Erneuerungsschein (Talon) und der Mantel zur Ausstattung eines Titels.

 

Crash

Schlagartiger massiver Rückgang der Kurse (siehe Börsencrash). Im Gegensatz dazu geht es bei einer Baisse längere Zeit und mit gemäßigtem Tempo abwärts.

 

D

DAX

Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist der meistbeachtete Aktienindex in Deutschland. Er umfasst die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen und wird von der Deutschen Börse AG ermittelt. Der Begriff Größe richtet sich dabei nach zwei Kriterien: dem Börsenumsatz (Handel bzw. auch Turnover) und der Marktkapitalisierung (nach Streubesitz) des Unternehmens. Die Deutsche Börse erstellt dazu jeden Monat eine Rangliste und passt die Indexzusammensetzung gegebenenfalls an. Planmäßig geschieht höchstens zweimal im Jahr.

 

DAX-Werte

Gängige Bezeichnung für die 30 im Deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen Unternehmen oder deren Aktien.

 

Deficit Spending

Als Defizit Spending bezeichnet man die Kreditaufnahme (Verschuldung) des Staats zur Finanzierung von Konjunkturprogrammen. Damit soll im Rahmen einer antizyklischen Fiskalpolitik eine lahmende Wirtschaft wieder in Fahrt gebracht werden. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass die positiven Effekte solcher staatlichen Konjunkturmaßnahmen nur kurzfristig greifen. Was bleibt, ist die höhere Staatsverschuldung. Aus moderner volkswirtschaftlicher Sicht ist das Defizit Spending abzulehnen.

 

Depotbank

Die Investmentgesellschaft darf die von ihr aufgelegten Fonds nicht selbst verwahren, sondern muss ein anderes Kreditinstitut beauftragen. Die Depotbank verwahrt die Wertpapiere des Fonds. So findet eine Trennung zwischen dem Vermögen der Gesellschaft und dem Fonds statt. Außerdem übernimmt die Depotbank die Ertragsausschüttungen, die Ausgabe und Rücknahme von Anteilscheinen und die Ermittlung der Ausgabe- und Rücknahmepreise. Die Depotbank erhält aus dem Fondsvermögen ein Entgelt (Depotbankgebühr).

 

Depotgebühr

Banken und Sparkassen verlangen für das Verwahren und Verwalten von Wertpapieren eine Depotgebühr. Diese kann sich von Institut zu Institut unterscheiden, schwankt aber in der Regel zwischen 0,5 und 5 Promille. Auch die Wertpapierart spielt für die Höhe der Depotgebühr eine Rolle. Bei Aktien wird sie vom Kurswert am Berechnungsstichtag ermittelt, bei festverzinslichen Wertpapieren von deren Nennwert.

 

Derivate

Börsentechnisch per Definition Sammelbegriff für austauschbare Werte und Instrumente, die sich auf einen anderen Wert (zu Grunde liegender Basiswert) beziehen. Die Wertentwicklung von derivativen Instrumenten hängt von der jeweiligen Wertentwicklung des zu Grunde liegenden Basiswerts ab und kann auch das entgegengesetzte Chance-Risiko-Verhältnis vom Basiswert besitzen. Es kann zum Beispiel auch auf fallende Kurse gesetzt oder ein Aktiendepot mit Hilfe der so genannten Basis gegen fallende Kurse gehedgt werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis kann sich durch den so genannten Leverage-Effekt wesentlich erhöhen. Die Laufzeit ist begrenzt (Termingeschäft). Mit einem Derivat kann ein Forward, ein Future, eine Option oder ein Optionsschein gemeint sein.

 

Deutsche Börse AG

Die Deutsche Börse AG ist in Deutschland der größte Anbieter von Börsendienstleistungen. Zu ihr gehören das Handelssystem Xetra, die Terminbörse Eurex und das Clearinghaus Clearstream. Die Deutsche Börse AG wurde 1993 mit Sitz in Frankfurt gegründet.

 

Deutsche Terminbörse (DTB)

Die Deutsche Terminbörse (DTB) nahm 1990 ihre Tätigkeit als einzige Terminbörse in Deutschland auf. Über Computer konnten Optionen und Futures gehandelt werden. Im Jahr 1998 ging die DTB durch die Fusion mit der Soffex in der Eurex auf.

 

Devisen

Devisen sind bei ausländischen Banken gehaltene Guthaben. Sie verkörpern einen Anspruch auf Auszahlung in ausländischer Währung.

 

Devisenkurs

Der Devisenkurs benennt den Preis, der für eine Einheit ausländisches Buchgeld in nationaler Währung bezahlt werden muss. Der Preis für ausländisches Bargeld heißt Sortenkurs.

 

Direktbank

Direktbanken sind Kreditinstitute, die auf einen Filialvertrieb verzichten. Geschäfte mit Direktbanken werden für gewöhnlich per Telefon, Fax oder Internet abgewickelt. Eine Anlage- oder Finanzberatung findet in der Regel nicht statt. Dafür sind die Konditionen wie Gebühren- oder Zinssätze häufig günstiger als bei Filialbanken.

 

Directbrokerage

Wertpapierdienstleistung einer Direktbank ohne individuelle Anlageberatung, die telefonisch oder online durchgeführt wird.

 

Disagio

Synonym für Abgeld, Damnum. Ein Disagio ist der Unterschied zwischen dem Nennwert eines Wertpapiers oder einer Forderung (z.B. Kredit) und seinem niedrigeren Kurs bzw. dem Auszahlungsbetrag eines Kredits. Das Abgeld wird meist in Prozent des Nennwertes ausgedrückt. Gegensatz: Agio, Aufgeld.

 

Dividende

Der auf die einzelne Aktie entfallende Betrag des zur Ausschüttung vorgesehenen Gewinns einer Aktiengesellschaft. Die Dividende wird entweder in Prozent des Nennwertes oder in Währungseinheiten pro Stück ausgedrückt. Über die Verteilung beschließt die Haupt- bzw. Gesellschafter-Versammlung. In Deutschland wird die Dividende jährlich gezahlt, in den USA und manchen anderen Ländern in der Regel pro Quartal (Quartalsdividende).

 

Dow Jones

Schon vor der Jahrhundertwende veröffentlichte das Verlagshaus Dow-Jones & Co. für die New York Stock Exchange (NYSE) Indizes für über 30 Industrie-Aktien, 20 Eisenbahn-Werte, 15 Energieversorgungs-Aktien und einen Gesamtindex aller 65 Werte. Besonders der Industrie-lndex genießt durch seine schnelle Verbreitung weltweite Beachtung und gilt gemeinhin als "der" Dow-Jones-lndex. Umfangreicher sind die Indizes von Standard & Poor's (500 Werte) und der New York Stock Exchange. Auch die Tokioter Börse kennt einen Index für 225 japanische Werte.

 

E

EBIT

Das EBIT (Earnings Before Interest and Tax) ist eine Gewinnkennzahl und bezeichnet den Gewinn eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern. Die Kennzahl zeigt die operative Ertragskraft einer Unternehmung unabhängig von deren Kapitalstruktur. Dadurch kann die Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen mit unterschiedlichem Fremdkapitalanteil hergestellt werden.

 

Eigenhandel

Der im eigenen Namen und für eigene Rechnung der Bank durchgeführte Handel in Wertpapieren, Finanzinstrumenten, Derivaten, Devisen und Edelmetallen.

 

Einheitskurs

Kurs, der nur einmal börsentäglich, gewöhnlich zur Mitte der Börsensitzung, für Aktien im Amtlichen Markt festgestellt wird. Der Einheitskurs wird vor allem für Aktien ermittelt, die aufgrund ihres geringen Handelsvolumens nicht zum variablen Handel zugelassen sind. Der Skontroführer sammelt dabei alle Verkaufs- und Kaufaufträge, die bis Annahmeschluss vorliegen, und ermittelt den Einheitskurs anhand des Meistausführungsprinzips. Auch für Aktien im variablen Handel werden Einheitskurse festgestellt, und zwar dann, wenn die vorliegenden Orders mangels eines geeigneten Geschäftspartners bis zur Feststellung des Einheitskurses nicht ausgeführt werden konnten.

 

Einstandspreis

Der Einstandspreis eines Wertpapiers ist derjenige Betrag, der inklusive aller Nebenkosten zum Kauf einer Wertpapierposition aufgewendet wurde.

 

Emission

Eine Emission ist das auf-den-Markt-Bringen von Wertpapieren. Dies können Aktien, Anleihen, Investmentfondsanteile oder andere Wertpapiere sein. Meist erfolgt eine Emission durch Vermittlung einer Bank (Emissionsbank) oder einem Zusammenschluss von Banken (Konsortium). Zweck ist die Beschaffung von Eigen- oder Fremdkapital. Liegt der Ausgabekurs eines Wertpapiers über dem Nennwert spricht man von einer Über-pari-Emission, liegt er darunter, von einer Unter-pari-Emission. Die Differenz von Ausgabekurs und Nennwert heißt Agio (Aufgeld) bzw. Disagio (Abgeld).

 

Ergebnis je Aktie

Auch: Gewinn je Aktie. Das Ergebnis je Akte ist eine für die Bedeutung der Ertragskraft eines Unternehmens wichtige Kennzahl, die angibt, welcher Teil des Unternehmensgewinns auf eine einzelne Aktie entfällt. Diese Zahl ist erforderlich, wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie berechnet wird.

 

Eröffnungskurs

Erster, nach Börseneröffnung festgesetzter Kurs bei variabler Notierung für ein bestimmtes Wertpapier.

 

Erwerbskurs

Tatsächlich gezahlter Preis beim Erwerb eines Wertpapiers. Die Höhe des Erwerbskurses hat Einfluss auf die Rendite.

 

Eurex

Abkürzung für European Exchange. Die Eurex ist eine der weltweit größten Terminbörsen für Futures und Optionen. Sie ging aus dem Zusammenschluss der DTB (Deutsche Terminbörse) und der zur SWX Swiss Exchange gehörenden SOFFEX (Swiss Options and Financial Futures Exchange) hervor. Neben der Terminbörse betreibt die Eurex mit Eurex Bonds eine Over-the-Counter Handelsplattform für festverzinsliche Wertpapiere, mit Eurex Repo eine elektronische Abwicklungslösung für Repo-Geschäfte sowie mit der Eurex Clearing AG eine zentrale Gegenpartei.

 

ETFs

Exchange Traded Funds: Investmentfonds, die an der Börse gehandelt werden, vornehmlich passiv gemanagte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Index nachbilden. Die Fonds werden wie Aktien gehandelt: Der Preis wird nicht nur einmal täglich festgestellt, sondern richtet sich den ganzen Tag nach Angebot und Nachfrage. Anleger zahlen keinen Ausgabeaufschlag, dafür aber den so genannten Spread, d.h. die Spanne zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs, sowie die üblichen Provisionen für Börsengeschäfte.

 

F

Faule Kredite

Faule Kredite, auch als notleidende Kredite (Non-performing Loans) sind Kredite, bei denen der Schuldner mit der Erfüllung seiner Pflichten bereits in Verzug geraten ist. Notleidende Kredite müssen von der Bank zu Lasten ihres Ertrages wertbereinigt werden. Um den Verlust aus dem Kreditengagement möglichst gering zu halten, hat die Bank bei der Behandlung notleidender Kredite folgende Handlungsmöglichkeiten:

 

Kreditsanierung: Kredite des eigenen Institutes werden, soweit es geht, versucht zu retten.
Kreditabwicklung: Die Kreditabwicklung endet mit der vollständigen Rückzahlung der Forderung, der Erfüllung getroffener Vergleichsvereinbarungen, der Verjährung der Restforderung oder (seltener) der Rücknahme der Kündigung und Fortführung des Kredites.
Verkauf der notleidenden Kredite: Hier werden in der Regel mehrere Kleinkredite zu einem Paket zusammengefasst und schließlich an Investmentbanken oder/und Finanzinvestoren verkauft.

 

Fair Value

Der Fair Value (fairer Wert) ist der theoretisch richtige Preis eines Wertpapiers oder Derivats, bei dem das Finanzinstrument weder unter- noch überbewertet ist. Es handelt sich um einen hypothetischen Marktpreis unter idealisierten Bedingungen. Ist das Instrument nicht fair bewertet, so besteht die Möglichkeit risikolos Preisdifferenzen auszunutzen und dadurch so genannte Arbitragegewinne zu erzielen.

 

Festpreisverfahren

Das Festpreisverfahren ist ein Verfahren zur Preisbestimmung bei einer Emission von Wertpapieren, welches einen festen Preis zur Platzierung der Aktien vorgibt. Der Platzierungspreis wurde in aller Regel aufgrund von Bewertungen des Emittenten, durch Vergleiche mit Börsenkursen vergleichbarer Unternehmen und der Bewertung der erwarteten Investorennachfrage ermittelt. Durch das Verfahren bestand allerdings das Risiko einer Fehleinschätzung, welche einen nicht marktgerechten Platzierungspreis zur Folge haben konnte.Heute wird das Festpreisverfahren nur noch im Rahmen von Bezugsrechtsemissionen angewendet, da hierfür durch das Aktiengesetz zwingend ein genau bezifferter Preis nötig ist.

 

Festverzinsliche Wertpapiere

Im klassischen Sinne Begriff für alle Wertpapiere, die während ihrer gesamten Laufzeit einen unveränderlichen Zinssatz haben und zum Nennwert zurückgezahlt werden. Dazu zählen z.B. Anleihen, Kommunalobligationen und Pfandbriefe. Im modernen Sprachgebrauch werden damit sämtliche Wertpapiere beschrieben, die ein Gläubigerrecht repräsentieren, also auch Zero-Bonds oder Floating Rate Notes. Im Gegensatz dazu stehen Teilhaberpapiere (z.B. Aktien), die Miteigentum an einer Gesellschaft verbriefen und deren Ausschüttung vom Geschäftserfolg des Unternehmens abhängt.

 

Fonds

In Wertpapieren, Grundstücken, Geldmarktpapieren o.ä. angelegtes Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft. Investmentfonds bündeln die Gelder vieler Anleger und investieren sie in Aktien, Anleihen und andere Anlageformen. Dadurch kann beispielsweise der Käufer eines Fondsanteilsscheins mit einem geringen Betrag gleichzeitig in verschiedene Anlagen investieren und zugleich sein Anlagerisiko verringern. Investmentfonds werden von Anlegern bevorzugt, die sich nicht ständig um ihre Anlagen "kümmern" möchten und die die Beobachtung, Analyse und Anlageentscheidung eher professionellen Portfoliomanagern überlassen wollen.

 

Frankfurter Wertpapier Börse

Die Frankfurter Wertpapier Börse ist die bedeutendste Börse Deutschlands mit Sitz in Frankfurt am Main. Ihr Träger ist die Deutsche Börse AG.

 

Futures

Terminkontrakt, bei dem Käufer und Verkäufer sich verpflichten, eine bestimmte Menge eines Basiswertes bei Fälligkeit zu einem festgelegten Preis zu liefern bzw. abzunehmen. Futures sind hochliquide standardisierte Finanzinstrumente, deren eigener Wert vom Wert des Basiswertes abhängt. Sie werden am Terminmarkt gehandelt. Man unterscheidet Financial Futures und Commodity-Futures

 

G

Gap

Sprungstelle im Verlauf eines Aktienkurses, die durch eine Neubewertung der Aktie entsteht.

 

Geld-Brief Spanne

Differenz zwischen dem besten verbindlichen Kauf- und dem besten verbindlichen Verkaufskurs für ein Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt. Damit beschreibt die Geld-Brief-Spanne, wie weit Kauf- und Verkaufsangebote voneinander abweichen. Je niedriger die Spanne, desto einheitlicher die Einschätzung der Marktteilnehmer hinsichtlich des Wertes einer Aktie. Bei engen Spannen ist die Marktliquidität hoch und die Transaktionskosten sind niedrig.

 

Geldkurs

Darunter versteht man im Wertpapierhandel allgemein den Börsenkurs, zu dem ein Marktteilnehmer ein Wertpapier zum Kauf nachfragt. Der Kurszusatz G = Geld (Nachfrage) wird verwendet, wenn kein Umsatz zustande gekommen ist. Dieses Papier wurde nachgefragt, aber es fand sich zum genannten Kurs kein Verkäufer. Gegensatz: Briefkurs.

 

Geldmarkt

Im Gegensatz zum Kapitalmarkt ist der Geldmarkt ein Markt für kurzfristige Geldaufnahmen und Geldanlagen. Es werden Zentralbankguthaben von Kreditinstituten aufgenommen und ausgeliehen, sowie Geldmarktpapiere von Zentralbanken an Kreditinstitute verkauft und zurückgekauft. Der Geldmarkt erleichtert Kreditinstituten das Management ihrer Liquiditätsposition und ermöglicht der Europäischen Zentralbank, ihre geldpolitischen Ziele zu steuern.

 

Geregelter Markt

1987 durch das Börsenzulassungsgesetz geschaffenes Marktsegment an der Börse zum Handel von Aktien und Renten. Geregelter Markt und Amtlicher Handel bilden zusammen den gesetzlich geregelten Teil des Börsengeschehens. Die Zulassungsbestimmungen sind im Vergleich zum Amtlichen Markt erleichtert. Die Preisfeststellung erfolgt durch freie Makler. Gegenüber der Amtlichen Kursnotierung ergeben sich für den Anleger keine weiteren wesentlichen Unterschiede.

 

Gewinn je Aktie

siehe Ergebnis je Aktie

 

Gewinnmitnehmen

Börsentechnischer Begriff, wenn bei steigendem Kurs Wertpapiere verkauft werden, die zu niedrigeren Kursen eingekauft wurden. Marktteilnehmer realisieren (dadurch) Kursgewinne, ehe die Kurse möglicherweise wieder fallen.

 

Going Public

siehe Initial Public Offering (IPO)

 

Grundkapital

Gezeichnetes Kapital einer Aktiengesellschaft, das in Aktien zerlegt ist. Der Nennwert muss mindestens 50.000 Euro betragen, ist meist aber wesentlich höher. Ein Aktionär ist bei Nennwertaktien im Verhältnis des Nennbetrags seiner Aktien zum Grundkapital, im Falle von Stückaktien im Verhältnis seiner Aktienzahl zur Gesamtzahl der Aktien am Unternehmen beteiligt. Das Grundkapital kann nur mit Zustimmung der Hauptversammlung erhöht oder vermindert werden.

 

H

Handel per Erscheinen

Der außerhalb der Börse stattfindende Handel mit neu emittierten Wertpapieren, bevor diese geliefert (und abgerechnet) werden können. Dieser wird häufig auch als Graumarkt bezeichnet, ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem häufig unseriösen Grauen Kapitalmarkt.

Hauptversammlung

Die Hauptversammlung ist neben Vorstand und Aufsichtsrat ein Organ der Aktiengesellschaft. Sie ist die Versammlung der Aktionäre, in der diese ihre Rechte ausüben. In der Hauptversammlung wird z.B. über die vom Vorstand vorgeschlagene Dividendenausschüttung entschieden oder die Mitglieder des Aufsichtsrates gewählt.

Hausse

Das Steigen der Kurse von Wertpapieren an der Börse; gleichbedeutend mit wirtschaftlichem Aufschwung und Hochkonjunktur. Der allgemeine "Kursanstieg" hält meist längere Zeit an. Eine Beschränkung auf Einzelbereiche des Wertpapiermarktes ist häufig. Ein Haussier ist ein Börsianer, der auf ein Steigen der Kurse "à la hausse" spekuliert. Das Gegenteil der Hausse ist die Baisse.

Hebel

Der Hebel ist eine Kennzahl bei Optionen und Optionsscheinen. Er gibt an, um wie viele Einheiten der Wert des Optionsscheins rein rechnerisch steigt/fällt, wenn das Underlying um eine Einheit steigt/fällt. Formel: Kurs des Basiswerts : (Bezugsverhältnis x Kurs der Option bzw. des Optionsscheins)

Hebeleffektwirkung

Vor allem im Zusammenhang mit der Bewertung von Optionsscheinen und Optionen gebräuchliche Kenngröße. So würde ein dreifacher Hebel bei einem Optionsschein besagen, dass für diesen Optionsschein nur ein Drittel dessen investiert werden muss, was der entsprechende Bezugswert (also etwa eine bestimmte Aktie) kostet um rechnerisch an der gleichen absolute Kursveränderung zu partizipieren. Je größer dieser Hebel, desto größer auch der damit verbundene Hebeleffekt. Bei einem dreifachen Hebel des Optionsscheins und einem niedrigen Aufgeld dieses Scheins kann man im Normalfall davon ausgehen, dass der Kurs dieses Optionsscheins sich ungefähr um diesen Faktor gegenüber einer Veränderung des Basiswerts erhöht bzw. erniedrigt. Berechnungsformel: aktueller Hebel = Aktienkurs : (Optionsscheinkurs x Bezugsverhältnis).

Hedgefonds

Hedgefonds zählen zu den sog. Alternativen Investments. Sie werden nicht nach der Art der Anlage unterschieden wie etwa Aktien- oder Rentenfonds. Hedgefonds sind vielmehr Asset Manager, die keinen oder zumindest keinen strengen regulatorischen Pflichten unterliegen und die Möglichkeit haben, sich einer Vielzahl von Anlageinstrumenten und -strategien bedienen zu können. Die Zusammensetzung und das Anlagerisiko von Hedgefonds können vollkommen unterschiedlich sein.

High-Yield-Anleihe

High-Yield-Bonds oder hochverzinsliche Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die von den führenden Ratingagenturen als BB+ (bei Standard & Poor‘s) bzw. Ba1 (bei Moody‘s) oder schlechter eingestuft wurden bzw. dieser Einstufung entsprechen, sofern sie noch kein Rating haben. Wegen ihrer schlechteren Kreditqualität bieten High Yield Bonds eine höhere Rendite als Papiere besserer Bonität, beinhalten aber auch höhere Risiken. Unternehmen und Schwellenländer stellen die wichtigste Emittentengruppe dieser Anleihen dar.

 

Hypothek

Im Grundbuch eingetragenes Recht eines Gläubigers, sich im Fall der Nichtbezahlung oder -erfüllung der Forderung am Grundbesitz zu befriedigen. Die Hypothek ist eine Pfandverschreibung auf immobile Güter zur Sicherung des Gläubigers. Eine 1. Hypothek bedeutet ein an erster Stelle im Grundbuch und damit ein an sicherster Stelle eingetragenes (verbrieftes) Recht.

 

I

 

IASC

International Accounting Standards Commitee

IFRS

International Financial Reporting Standards

Im Geld

Ist eine Option im Geld, bedeutet das, sie hat einen positiven "inneren Wert". Bei einer Kaufoption (Call) ist das der Fall, sobald der Kurs des zugrunde liegenden Bezugswertes über dem Basispreis liegt, bei einer Verkaufsoption (Put), wenn der Kurs des Bezugswertes unter dem Basispreis liegt. Englisch: "In the money"

Implizite Volatilität

Erwartete, für die Zukunft geschätzte Volatilität eines Basiswerts, die der Verkäufer einer Option bei der Ermittlung des Optionspreises zugrunde legt. Diese erwartete Volatilität lässt sich iterativ aus der Black-Scholes-Formel berechnen, wenn die übrigen Parameter bekannt sind (z.B. Optionspreis, Laufzeit, Zinssatz). Bei gleicher Aktie, vergleichbarer Basis, Laufzeit und Bezugsverhältnis ist der Optionsschein mit der geringsten impliziten Volatilität am "günstigsten".

Index

Von der Statistik geliefertes Instrument, um Preis- und Mengenbewegungen von Gütern und Wertpapieren (Aktienindex) im Zeitablauf anschaulicher darzustellen.

Initial Public Offering (IPO)

Deutsch: "Erstes öffentliches Angebot", speziell: Erstinanspruchnahme des Aktienmarktes im Wege einer Kapitalerhöhung oder Umplatzierung, d.h. es werden erstmalig Aktien eines Unternehmens interessierten Anlegern öffentlich zum Kauf angeboten. Mit einem IPO sind im Allgemeinen eine Börsenzulassung des Aktienkapitals und die Aufnahme der Börsennotierung verbunden. Aus Unternehmenssicht bedeutet ein IPO die Beschaffung von Risikokapital von außen durch Nutzung der Aktie als Finanzierungsinstrument. Synonym: Going Public.

Innerer Wert

Unter dem inneren Wert oder fairen Wert versteht man in der Finanzanalyse den Wert eines Wertpapiers, der diesem aufgrund objektiver Bewertungsmaßstäbe beigemessen wird ("angemessener Wert"). Der innere Wert kann sich vom Marktwert unterscheiden, zu dem das Wertpapier gerade an der Börse gehandelt wird. Während der Marktwert sich aus Angebot und Nachfrage ergibt, ist der innere Wert das Ergebnis einer systematischen Berechnung oder Abschätzung.

 

J

Jahresabschluss

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden nach deutschem Handelsrecht den Jahresabschluss, der je nach Rechtsform und Größe der Gesellschaft um einen Anhang und ggf. einen Lagebericht zu ergänzen ist. Durch den Jahresabschluss werden der finanzielle Erfolg des abgelaufenen Geschäftsjahres und die Vermögenslage des Unternehmens zum Bilanzstichtag festgestellt. Die genauen Anforderungen an den Jahresabschluss werden durch verschiedene nationale und internationale Vorschriften bestimmt. Bei einer Aktiengesellschaft wird der Jahresabschluss vom Vorstand aufgestellt und durch einen staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer auf seine Ordnungsmäßigkeit geprüft.

Junge Aktien

Junge Aktien stammen aus Kapitalerhöhungen und sind für das laufende Geschäftsjahr nicht oder nicht vollständig zum Bezug einer Dividende berechtigt. Erst nach dem folgenden Dividendentermin werden sie den alten Aktien gleichgestellt. Im Falle von zwei Kapitalerhöhungen in einem Geschäftsjahr werden die zuletzt ausgegebenen Aktien als "jüngste Aktien" bezeichnet. Die Altaktionäre haben im Regelfall ein Bezugsrecht auf junge Aktien. Ihr Kauf ermöglicht es ihnen, ihren prozentualen Anteil am Grundkapital des Unternehmens auch nach der Kapitalerhöhung gleich zu halten.

 
 

K

Kapitalerhöhung

Maßnahme zur Finanzierung eines Unternehmens durch Erhöhung des Eigenkapitals. Bei einer Aktiengesellschaft sind möglich: 1. Kapitalerhöhung mittels Ausgabe junger Aktien (Bezugsrecht). 2. Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (Berichtigungsaktien). Ferner gibt es das "bedingte" Kapital als Hilfsmittel der Finanzierung bei Ausgabe von Anleihen mit Aktienbezugsrecht oder Umtauschrecht (Optionsanleihe, Wandelanleihe) sowie das "genehmigte" Kapital. Letzteres ist gewissermaßen Vorratskapital, das heißt der Vorstand ist laut Satzung ermächtigt, die Kapitalerhöhung bis zu einem bestimmten Betrag durch Ausgabe neuer Aktien gegen Einlagen zu erhöhen, ohne dass ein gesonderter Beschluss der Hauptversammlung erforderlich ist.

 

Kassabörse

Teilmarkt einer Börse, bei der die Erfüllung eines Geschäfts - also Lieferung, Abnahme und Bezahlung - innerhalb eines kurzen Zeitraums nach Abschluss des Geschäfts stattfinden muss.

Kaufoption

siehe Call Option

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird in der Aktienanalyse als Quotient aus dem aktuellen Marktkurs und dem (geschätzten) Gewinn pro Aktie berechnet. Das KGV ist ein Maßstab für die Beurteilung der vergangenen und zukünftigen Ertragskraft einer Aktiengesellschaft und dient zur Beurteilung der relativen Kurshöhe einer Aktie. Der ermittelte Wert erhält seine Aussagekraft erst durch einen Vergleich mit dem anderer Gesellschaften der gleichen Branche und/oder früherer Jahre

Knock-Out-Schwelle

Bezeichnung für eine Barriere. Solche Barrieren können z.B. bei Optionsscheinen oder Zertifikaten eingebaut sein. Wenn der zugrunde liegende Basiswert die Barriere über- bzw. unterschreitet, verfällt das Knock-out-Produkt und ist wertlos. Manche Knock-out-Produkte haben zusätzlich eine Stop-loss-Schwelle eingebaut, bei der der Optionsschein oder das Zertifikat verfällt, der Anleger jedoch einen Restwert ausgezahlt bekommt, der vom Abstand zur Knock-out-Schwelle abhängt.

Kredit

Ausleihung einer bestimmten Geldsumme unter bestimmten Konditionen, die sich insbesondere auf die Verzinsung, die Rückzahlung und mögliche Sicherheiten beziehen. Während das Darlehen im allgemeinen Sprachgebrauch eher auf langfristige Ausleihungen angewandt wird, bezeichnet der Begriff Kredit sowohl die kurz-, mittel- als auch langfristige Überlassung von Geld bzw. Kapital. Beispiele für unterschiedliche Kreditformen sind der Kontokorrentkredit, der täglich fällig ist, der Wechselkredit oder der Hypothekarkredit.

Kreditrisiko

Risiko, dass ein Kreditnehmer seine Verpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen kann, auch Adressenausfallrisiko genannt.

Kurs

Der Preis für Wertpapiere und andere vertretbare Waren, die an einer Börse gehandelt werden. Der Kurs wird entweder in Prozent vom Nennwert oder in Euro pro Stück ausgedrückt. Die amtlichen Kurse werden von Skontroführern festgesetzt.

Kurswert

Preis, der für Wertpapiere oder Devisen an der Börse gezahlt wird. Bei Prozentnotierungen ergibt sich der Kurswert aus Nominalbetrag mal Kurs dividiert durch 100.

L

Langläufer

Anleihen mit langer Gesamt- oder Restlaufzeit bis zur Tilgung, in der Regel über 8 Jahre. Im Gegensatz zu "Kurzläufern" sind sie kursvolatiler. Von den Anlegern werden sie daher besonders in Phasen mit fallenden Zinsen aufgrund der Kurschancen bevorzugt.

L-Dax

Late-Index, Indikator für die Kursentwicklung zwischen 17.30 und 20.00 Uhr auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse. Dieser Index wurde eingeführt, damit auch nach Xetra-Handelschluss (17:30 Uhr) der Benchmark-Index berechnet werden kann.

Leerverkauf

Termingeschäft, bei dem der Verkäufer Wertpapiere verkauft, die er noch nicht besitzt. Er hofft, sich bis zum Erfüllungstermin billiger als bei Vertragsabschluss mit den Wertpapieren eindecken zu können und somit die Differenz als Gewinn zu vereinnahmen.

Limit

Begrenzung des Preises oder unten bei Börsenaufträgen. Wird das Limit durch den Kurs überschritten (Kaufauftrag) oder wird der Kurs niedriger angesetzt als das Limit (Verkaufsauftrag), so werden die entsprechenden Aufträge nicht ausgeführt.

Limit Orders

Limit Orders werden mit einer Preisgrenze versehen. Der Kauf oder Verkauf erfolgt zum gewünschten Preis oder besser. Xetra ermöglicht die Eingabe von Stop Orders. Das System stellt diese Aufträge automatisch ins Orderbuch, sobald der Preis des Wertpapiers das angegebene Stop-Limit erreicht, und führt sie zum nächsten Preis aus. Inhabern von Wertpapieren eröffnet dies die Möglichkeit, einen erreichten Gewinn zu sichern oder einen möglichen Verlust zu begrenzen, ohne den Markt ständig beobachten zu müssen.

Long Position

Position, die durch den Kauf eines Kontraktes oder eines Wertpapiers entstanden ist. Der Anleger rechnet mit steigenden Kursen. Gegensatz: Short Position.

 

M

Mantel

Der Mantel ist das eigentliche Wertpapier (eine Aktie oder eine Anleihez.B). Im Gegensatz dazu enthält der Bogen  Zins- und Dividenden- sowie den Erneuerungsschein (Talon).

Market Maker

Marktteilnehmer, der verbindliche Angebots- und Nachfragepreise stellt (z.B. für Aktien, Renten, Devisen, Optionen) und dadurch für Marktliquidität sorgt. An der Frankfurter Wertpapierbörse heißen die Market Maker Designated Sponsors.

Market Making

Kursstellung und Handel durch spezialisierte Händler; im Optionsscheinmarkt oft durch die Emittenten selbst durchgeführt, wobei vor allem die Kurspflege eine große Rolle spielt ("faire" Kursstellung, enge Bid/Ask Spreads).

 

N

NASDAQ

Die NASDAQ (National Association of Securities Dealers Automated Quotations) ist die größte Börse in den USA und listet insgesamt 3.200 Unternehmen. Die NASDAQ wurde im Jahre 1971 von der National Association of Securities Dealers (NASD) als vollelektronische Handelsplattform gegründet. Den Wertpapierhandel an der NASDAQ kontrolliert die United States Securities and Exchange Commission (SEC).

Nennwert

Der Nennwert ist bei festverzinslichen Wertpapieren der zu verzinsende Schuldbetrag, bei Aktien der auf der Urkunde vermerkte Betragsanteil (Nominalwert) am Grundkapital. Der niedrigste Nennwert beläuft sich nach deutschem Aktienrecht auf 1 Euro.

Nennwertlose Aktien

Aktien, die statt auf einen festen Geldbetrag zu lauten, nur auf einen Anteil an der Gesellschaft ohne Festlegung seiner nominellen oder verhältnismäßigen Größe (Stückaktie) oder eine Quote am Grundkapital der Gesellschaft festlegen (Quotenaktie). Die Aktie kann dabei Teile eines herkömmlichen Grundkapitals verkörpern (unechte nennwertlose Aktie) oder einen Anteil am gesamten Vermögen der Gesellschaft repräsentieren (echte nennwertlose Aktie).

 

O

Obligation

Schuldverschreibungen, die das Recht auf Rückzahlung des Nennwerts zuzüglich einer Verzinsung verbriefen. Anleihen werden von der "öffentlichen Hand", von Kreditinstituten oder Unternehmen begeben und über Banken verkauft. Sie dienen dem Emittenten zur langfristigen Finanzierung durch Fremdkapital. Der Gesamtbetrag einer Anleihe teilt sich auf kleinere Teilbeträge von mindestens 50 Euro auf.

 

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale einer Anleihe sind: Laufzeit, Zinszahlung und Art der Verzinsung. Die durch eine Anleihe verbrieften Rechte sind gesetzlich festgeschrieben, werden jedoch in der Regel durch zusätzliche Anleihekonditionen ergänzt. Nach der Art ihrer Verzinsung unterscheidet man:

  • Anleihen mit konstanter Verzinsung über die gesamte Laufzeit

  • Anleihen mit variabler Verzinsung während der Laufzeit

  • Anleihen ohne Nominalverzinsung (Nullkupon-Anleihe)


Optionen

Standardisiertes, an einer Terminbörse gehandeltes Kauf- oder Verkaufsrecht auf einen Basiswert. Eine Option ist das verbriefte Recht, aber nicht die Pflicht, eine bestimmte Menge eines Basiswertes (z. B. Aktien) zu einem vereinbarten Preis (Basispreis) innerhalb eines festgelegten Zeitraums oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erwerben (Kaufoption/Call) oder zu veräußern (Verkaufsoption/Put).Optionen sind eigenständige Finanzinstrumente aus der Gattung der Termingeschäfte. Der Optionskäufer zahlt dem Verkäufer für das Ausübungsrecht einen Optionspreis (Optionsprämie). Dafür verpflichtet sich der Verkäufer, wenn die Option ausgeübt wird, den Basiswert gegen Zahlung des Basispreises bereitzustellen oder zu übernehmen. Nimmt der Optionsinhaber sein Ausübungsrecht aber nicht in Anspruch, erlischt das Optionsrecht am Ende der Laufzeit und die Option verfällt. Da die Entscheidung zur Ausübung allein der Käufer des Optionsrechts trifft, wird diese Gattung von Termingeschäft auch als bedingtes Termingeschäft bezeichnet.

Optionspreis

Preis, den der Optionskäufer bei Kontraktabschluss an den Verkäufer (Stillhalter) zahlt. Als Gegenleistung räumt dieser ihm das Optionsrecht zum Basispreis ein. Die Höhe des Optionspreises wird durch den inneren Wert der Option und den Zeitwert bestimmt. Zur rechnerischen Bestimmung eines fairen Optionspreises werden in der Regel Optionspreis-Bewertungsmodelle, wie das Black-Scholes-Modell, benutzt. Der Optionspreis wird auch als Optionsprämie bezeichnet.

Optionsschein

Wertpapier, das das Recht, nicht aber die Verpflichtung verbrieft, eine bestimmte Menge eines zugrunde liegenden Gegenstands oder Basiswertes zu einem bestimmten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Es gibt zwei Arten von Optionsscheinen: Optionsscheine aus Optionsanleihen (traditionelle Optionsscheine) und sog. Naked Warrants.

Order

Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Handelsobjekten am Kassa- oder Terminmarkt. Eine Order muss folgende Angaben enthalten, damit sie bearbeitet werden kann:

 

  • Wertpapierkennnummer (WKN), ISIN oder Symbol

  • Auftragsart (Kauf/Verkauf)

  • Auftragsvolumen (Stück/Nominal)

  • Limit oder Billigst/Bestens

  • Ordergültigkeit

  • Börsenplatz oder Plattform (z. B. Xetra)

 

Es gibt limitierte und unlimitierte Orders: Limitierte Orders enthalten einen maximalen Preis (Kaufauftrag) bzw. einen Mindestpreis (Verkaufsauftrag); für unlimitierte Orders gilt die Maßgabe, sie billigst (Kaufaufträge) bzw. bestens (Verkaufsaufträge) zum nächstmöglichen Preis auszuführen.

 

Orderbuch

Buch, das einen Überblick über die aktuelle Auftragslage für ein spezifisches Handelsinstrument gibt. In einem Orderbuch werden alle Aufträge gesammelt und nach Kauf- und Verkaufsaufträgen sowie Limits sortiert. Auf Basis dieser Auftragslage ermittelt der Skontroführer den Börsenpreis.

Over-the-counter-market (OTC)

Außerbörslicher Verhandlungsmarkt bzw. Freiverkehrsmarkt für Aktien und Anleihen. Ein Over-The-Counter-Market ist nicht lokalisiert und hat keine festen Handelszeiten. Verhandlungen finden gewöhnlich über Bildschirm- oder Telefonsysteme auf internationaler Ebene statt. Der Preis für ein Wertpapier wird zwischen Kreditinstituten und Wertpapierhäusern oder Wertpapierdienstleistungsunternehmen und institutionellen Investoren ausgehandelt. Die Transaktionen unterliegen dabei den geltenden gesetzlichen Bestimmungen für den Wertpapierhandel.

 

P

Pari

Bedeutet, der Kurs eines Wertpapiers entspricht seinem Nennwert. Wird ein Wertpapier zu einem Kurs über (unter) seinem Nennwert ausgegeben, spricht man von "über pari" ("unter pari"). Die Differenz ist das Agio (Disagio). Ein Wertpapier notiert zu pari, wenn es zu 100 Prozent des Nennwertes gehandelt wird.

 

Parkettbörse

Traditioneller Börsentypus, bei dem sich die Marktteilnehmer zu festen Zeiten physisch an einem Ort (Börsensaal) treffen, um Eigengeschäfte oder Kundenaufträge persönlich abzuwickeln (Parketthandel). Der Parketthandel verliert immer mehr zugunsten von Computerhandel an Bedeutung. So genannte elektronische Handelssysteme wie z.B. Xetra verdrängen den klassischen Parketthandel. Über 90 Prozent des deutschen Aktienhandels wird über Xetra abgewickelt.

 

Penny Stocks

In der Regel nicht an Börsen gehandelte Aktien mit einem ausgesprochen niedrigem Kurswert von zumeist weniger als einem Dollar. Die Aktien werden häufig nur über ein einzelnes Brokerhaus vertrieben. Penny Stocks sind mit besonders hohen Risiken für die Anleger verbunden.

 

Performance

Ist die angelsächsische Bezeichnung für Leistung. Im Wertpapiergeschäft ist Performance eine Messgröße zur Erfolgsbeurteilung von Kapitalanlagen und bedeutet die prozentuale Wertentwicklung eines Investments oder eines Portfolios - meist bezogen auf den Zeitraum eines Jahres.

 

Portfolio

Teil oder Gesamtheit von Wertgegenständen, die ein Kunde oder ein Unternehmen besitzt. Das sind vorrangig Wertpapiere, können aber auch Immobilien oder Grundbesitz sein. Ein Wertpapierportfolio ist demnach die Zusammensetzung eines Depots aus Aktien, Anleihen, Investmentfonds etc.

 

Präsenzbörse

Klassischer Börsenhandel, der bei physischer Anwesenheit von Skontroführern, Freimaklern und Händlern während fester Geschäftszeiten auf dem Börsenparkett stattfindet. Charakteristisch ist die persönliche Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern. Der Präsenzhandel wird mehr und mehr von so genannten Computerbörsen über elektronische Handelssysteme, z.B. XETRA oder EUREX, abgelöst (vollelektronischer Handel). Die Frankfurter Wertpapierbörse ist die wichtigste Präsenzbörse in Deutschland.

 

Prime Standard

Listing-Segment der Deutschen Börse für Unternehmen, die besonders hohe internationale Transparenzstandards erfüllen. Die Zulassung zum Prime Standard setzt die Erfüllung der folgenden Transparenzanforderungen voraus: Quartalsberichte; Internationale Rechnungslegungsstandards nach IAS oder US-GAAP; Vorlage eines Unternehmenskalenders; mindestens eine Analystenkonferenz pro Jahr; Ad-hoc Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache. Unternehmen, die in diesem Segment gelistet werden wollen, müssen die Zulassung beantragen. Ein Listing im Prime Standard ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Auswahlindizes der Deutschen Börse.

 

Publizitätspflicht

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, die Öffentlichkeit über die eigene wirtschaftliche Situation und deren mögliche Veränderung zu informieren. Börsennotierte Unternehmen unterwerfen sich dabei einer besonderen Verpflichtung zur regelmäßigen Bekanntgabe von Informationen über die Entwicklung ihrer Geschäfte und müssen darüber hinaus kursrelevante Tatsachen unverzüglich melden (Pflicht zur Ad-hoc-Publizität). Die Deutsche Börse stellt an Unternehmen zusätzliche Publizitätsanforderungen, wenn sie im Prime Standard Segment gelistet sind: So müssen die Unternehmen neben dem Jahresabschluss regelmäßig Quartalsberichte veröffentlichen, mindestens eine Analystenkonferenz im Jahr halten und Ad-hoc Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache publizieren. Die Börsenorgane überwachen die Einhaltung der Publizitätspflicht. Sinn dieser Regelung ist die Gewährleistung einer Mindestmenge an Informationen für die Stake- und Shareholder des Unternehmens.

 

Putoption

Zu Deutsch: Verkaufsoption. Putoption ist ein Begriff aus dem Optionsgeschäft. Eine Putoption berechtigt den Käufer, eine bestimmte Anzahl zugrundeliegender Basiswerte (z.B. eine Aktie) zu einem festgelegten Kurs bis zu einem bestimmten oder an einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen.

 

Q

Quartalsbericht

Börsennotierte Aktiengesellschaften, die sich für eine Mitgliedschaft im Prime Standard der Deutsche Börse AG entscheiden, verpflichten sich damit zusätzlich zum jährlichen Geschäftsbericht auch zu einer Veröffentlichung von Quartalsberichten. Diese reflektieren den zurückliegenden Zeitraum und dienen der höheren Transparenz des Unternehmensgeschehens. Quartalsberichte müssen zumindest eine Bilanz, eine Gewinn- und Verlustrechnung, eine Kapitalflussrechnung sowie einige weitere Angaben zu Geschäftstätigkeit und Unternehmen enthalten

 

R

Rating

Rating ist eine standardisierte Beurteilung der Bonität von Unternehmen und deren Anleihen durch spezialisierte Agenturen wie zum Beispiel Standard & Poor‘s, Moody‘s oder Fitch. Es gilt folgende Regel: Je besser das Rating eines Schuldners ist, desto günstiger sind die Konditionen (niedrigere Zinsen) sich Kapital zu verschaffen. Dagegen müssen Schuldner mit einem schlechten Rating einen höheren Zinssatz zahlen, da eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit der Rückzahlung besteht (Bonitätsrisiko).

Rendite

Die Rendite wird in Prozent ausgedrückt und bezeichnet den Ertrag eines Investments. Man unterscheidet zum einen zwischen Bar- und Anlagerendite und zum anderen zwischen der sogenannten ex post und der ex ante Rendite. Die Rendite als Kennziffer für den relativen Erfolg einer Geldanlage wird zur Beurteilung von Anlagen in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren und Investmentfonds verwendet.

Reuters

Reuters ist eine englische Nachrichtenagentur, die sich auf Wirtschafts- und Börsenberichterstattung spezialisiert hat.

 

S

Schlusskurs

Bei dem Schlusskurs wird der Schlusspreise für im DAX® enthaltenen Werte auf dem Frankfurter Parkett ab 19.55 Uhr fest gestellt. Im elektronischen Handelssystem Xetra werden die Schlusspreise ab 17.30 Uhr im Rahmen einer Schlussauktion festgestellt.

Shareholder Value

Shareholder Value lässt sich mit dem Begriff Aktionärsvermögen ins Deutsche übersetzen. Hinter diesem Konzept verbirgt sich ein Managementprinzip, dass die Unternehmenspolitik primär auf die Steigerung des Gesamtwerts eines Unternehmens ausrichtet. Der Wert des Unternehmens wird dabei in erster Linie aus der Sicht der Anteilseigner betrachtet.

Short Position

Verkauft ein Anleger ein Wertpapier, dass er (noch) nicht besitzt dann hat der Verkäufer (Anleger)eine Short Position in diesem Papier. Der Grund für diese Transaktion liegt in der Spekulation auf sinkende Kurse des Wertpapiers. Man verkauft z.B. eine Aktie, die man selber nicht besitzt, um sie hinterher günstiger über die Börse erwerben zu können. Dieser Vorgang des "short gehens" wird auch Leerverkauf oder "short selling" genannt. Gegenteil: Long Position.

Stammaktie

Stammaktien sind die Grundform der Aktie in Deutschland. Sie verbriefen dem Besitzer ein Miteigentum an einer Aktiengesellschaft sowie die im Aktiengesetz festgelegten Rechte und Pflichten.

 

T

Tafelgeschäft

Eine Form des Wertpapiergeschäfts, bei dem sich Kauf- und Verkauf sowie die Zinsauszahlung am Bankschalter abspielt: Geld und Wertpapiere werden über den Tisch (die "Tafel") geschoben.

TecDAX

Index, der die Wertentwicklung der 30 größten Technologieaktien des Prime Standard unterhalb der DAX-Werte abbildet.

Technische Analyse

Die technische Analyse hilft Anlegern, aus den historischen Kurs- und Umsatzdaten einer Aktie Aussagen über deren künftige Kursentwicklung abzuleiten.

Thesaurierung

Eigentlich das Ansammeln von Werten. Bezeichnung zur Wiederanlage von Zinsen, Dividenden oder ähnlichen Erträgen aus Wertpapieren, die nicht ausgeschüttet, sondern sofort wieder in neue Wertpapiere der gleichen Gattung angelegt werden.

Top-Down Ansatz

Ausgehend von der Gesamtentwicklung einer Volkswirtschaft sowie der jeweiligen Branche wird versucht, auf die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens sowie dessen Aktienkurs zu schließen. Gegenteil: Bottom-Up-Ansatz.

 

V

Variabler Markt

Aktienaufträge von 50 Stück oder einem Vielfachen können über den variablen Handel abgewickelt werden. Im Gegensatz zum Kassamarkt werden hier fortlaufend Geschäfte abgeschlossen und Kurse festgestellt.

Verkaufsoption

siehe Putoption.

Volatilität

Der Begriff der Volatilität kommt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie "Flatterhaftigkeit". Sie ist ein Gradmesser für die Preisschwankung eines Wertpapiers oder Index während einer bestimmten Zeitperiode. Anhand der Volatilität lässt sich – unabhängig von der Marktentwicklung – das Gewinn- oder Verlustpotenzial eines Wertpapiers abschätzen.

Vorzugsaktie

Vorzugsaktien sind Wertpapiere, bei denen dem Aktionär besondere Rechte eingeräumt werden. Dabei kann es sich ein Vorrecht bei der Gewinnverteilung oder um Mehrstimmrechte handeln. Wachstumswerte Unternehmen, bei denen besonders gute Entwicklungen in den nächsten Jahren erwartet wird, z.B. in der Form von Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

 

W

Wall Street

Die New Yorker Börse (New York Stock Exchange) hat die Anschrift "Wall Street" in New York. Mit diesem Straßennamen verbindet man im Allgemeinen automatisch die New Yorker Börse, einen der weltweit bedeutendsten Handelsplätze für Wertpapiere

Wertpapier

Als Wertpapiere werden Urkunden bezeichnet, die private Vermögensrechte verbriefen. Über die mit der Urkunde verbundenen Rechte kann derjenige verfügen, der dazu berechtigt ist.

WKN

Abkürzung für Wertpapierkennummer. Jede Aktie, Anleihe oder Wertpapier besitzt eine derartige Identifikationsnummer.

 

X

Xetra

Xetra ist die Bezeichnung für ein elektronisches Handelssystem, das Ende November 1997 an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt wurde. Es löste zunächst das frühere Ibis-System ab.

 

Z

Zertifikat

Verbrieft die Teilnahme an der Kursentwicklung bestimmter Wertpapiere oder Wertpapierkonstrukte. Der Inhaber eines Zertifikats partizipiert an der Kursentwicklung eines Basiswerts. Häufig sind dies Indizes (Index-Zertifikate) oder speziell zusammengestellte Aktienkörbe (Basket-Zertifikate).

Zyklische Werte

Die Kursentwicklung dieser Aktie sind parallel zu den Konjunkturzyklen - so das eine positive Konjunktur zu Steigerungen führt und umgekehrt.